UKM – Universitätsklinikum Münster

Kinderintensivstation

Die Station 19 B West betreut im Rahmen des Perinatalzentrums des Universitätsklinikums als interdiziplinäre Neonatologische und Pädiatrische Intensivstation vital bedrohte Früh- und Neugeborene sowie Kinder bis zum Jugendlichenalter.  Dabei steht das erkrankte Kind als Gesamtperson im Kontext seiner familiären Umgebung im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Im Sinne des Kindes koordinieren wir die vielfältigen Schwerpunktbereiche des Zentrums für Kinderheilkunde. Gemeinsam mit 40 Kinderkrankenschwestern und Mitarbeitern verschiedenster medizinischer Assistenzberufe betreuen wir mit 3 Oberärzten und 11 Assistenzärzten im Schichtdienst unsere Patienten.

Wir verfügen über 16 Intensivbehandlungsplätze.

Versorgungsschwerpunkte bilden die Behandlung extrem unreifer Frühgeborener (in 2003: 62 Kinder mit einem Geburtsgewicht < 1500 g, davon 32 Kinder < 1000 g). Die prä- und postnatale Betreuung (in Zusammenarbeit mit dem Bereich Pränatalmedizin und Geburtshilfe der Universitäts-Frauenklinik) erstreckt sich ferner auf die Betreuung von Patienten mit z. T. hoch komplexen angeborenen Fehlbildungen. Postpartal erfolgt die Betreuung in enger Zusammenarbeit mit allen operativen Fachbereichen des Universitätsklinikums, schwerpunktmäßig mit der Klinik für Kinder- und Neugeborenenchirurgie sowie der Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.

Eine weitere Aufgabe bildet die Betreuung intensivpflichtiger Behandlungsphasen von Patienten der anderen besonderen Schwerpunktbereiche des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin: Patienten mit  angeborenen Stoffwechselerkrankungen, akutem und chronisches Nierenversagen, onkologische Erkrankungen, neurochirurgische und kinderherzchirurgische Patienten. Im Rahmen der genannten Erkrankungen bestehen besondere Erfahrungen in der organunterstützenden bzw. Organersatz-Therapie, beispielhaft angeführt seien: sämtliche Nierenersatzverfahren, differenzierte Beatmungsverfahren (z. B. mittels Hochfrequenzoszillationsventilation auch bei pädiatrischen Patienten und  NO-Therapie), die notfallmäßige extrakorporale Membranoxigenierung bei vital bedrohlichem Lungenversagen im Kindesalter, postoperative ECMO nach kardiochirurgischen Eingriffen sowie Kreislaufunterstützungssysteme (z. B. Linksherz-Assist) werden in Zusammenarbeit mit den Kliniken für Kinderkardiologie und Thorax-Herz- und Gefäßchirurgie vorgehalten.

Neben dem gesamten Instrumentarium zur differenzierten Beatmung (Beatmungsgeräte der Firma Dräger (Babyloc und Evita), Siemens (Servo 300 und 900 C), Hochfrequenzoszillation (Sensormedics 3100), NO-Inhalation) verfügen wir über eine flexible Bronchoskopieeinheit. Zur nichtinvasiven Beatmung oder Atmungsunterstützung stehen CPAP-Systeme (Infantflow) und nichtinvasive Beatmungsgeräte (Evita, Ultra) zur Verfügung. Sonographie, (Farb-)Dopplersonographie, Echokardiographie, digitales Röntgen sind rund um die Uhr jederzeit sofort auf der Station verfügbar. In Zusammenarbeit mit der Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie kann die Notfall-EMCO-Therapie angeboten werden; gemeinsam mit der Kindernephrologie werden alle Nierenersatzverfahren vorgehalten.

In Zusammenarbeit mit den operativen Fächern (Kinder- und Neugeborenenchirurgie, Thorax-Herz-Gefäß-Chirurgie  können operative Eingriffe bei vital bedrohten Patienten (insbesondere extrem unreife Frühgeborene) auf dem Behandlungsplatz innerhalb der interdisziplinären Intensivstation ohne Verlegung des Patienten durchgeführt werden.

Im Sinne des universitären Forschungsauftrages zur Verbesserung der medizinischen Versorgung unserer Patienten engagieren wir uns in folgenden Bereichen:
In Zusammenarbeit mit der ZMK-Klinik Durchführung einer Studie zur Kiefer- und Gesichtsentwicklung bei Frühgeborenen im Vergleich zu reifgeborenen Kindern, in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie Studie zum posttraumatischen Erleben von Müttern frühgeborener und perinatal verstorbener Kinder. In Kooperation mit dem Institute of Child Health in London Aufbau einer prospektiven Studie zur Erforschung der unabhängigen Effekte von Frühgeburtlichkeit und verschiedenen neonatologischen Therapiemodie auf Lungenfunktionsparameter im Säuglings- und Kleinkindesalter.
Qualitätskontrolle im Hinblick auf die Notwendigkeit der Heparinisierung zentral venöser Katheter im Bereich der Neonatologie. Untersuchung zur Erfassung und Bewertung (DRG-revelant) neonatologischer und pädiatrischer intensivmedizinischer Maßnahmen. Untersuchung zum Einfluss der modifizierten pränatalen Steroidtherapie von Schwangeren mit drohender Frühgeburtlichkeit auf das pulmonale Outcome im Säuglingsalter. Studie zur Einführung neuer früher immunologische Parameter zur Charakterisierung der neonatalen Sepsis.

Im Rahmen der Qualitätssicherung wurde ein intensives Programm zum Erfassen, Dokumentieren, Auswerten und Vermeiden von Risikosituationen (Incident Reports, Near Missed Events) implementiert. Unser Perinatalzentrum koordiniert und leitet einen neonatologischen Arbeitskreis („Münsterland/Emsland“) mit insgesamt 15 Kinderkliniken.
Basierend auf der fachlichen Kompetenz im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin und dem Perinatalzentrum bieten wir die Beratung kooperierender Kinderkliniken bei der Behandlung vital bedrohter Patienten mit extremer Frühgeburtlichkeit, multiple Fehlbildungen, schwerem Lungenversagen, angeborenen und erworbenen Herzfehlern, angeborenen Stoffwechselerkrankungen an.